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Wellensittiche – Welche verschiedenen Zuchtformen und Arten gibt es?

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Foto: pixabay

Das Äußere eines Wellensittichs unterscheidet sich nicht nur zwischen Jung- und Altvögeln oder Hahn und Hennen, sondern auch zwischen den verschiedenen Arten bzw. Zuchtformen. Auch gibt es hier Unterschiede in Größe und Gewicht. Welcher dieser Zuchtformen zu dir am besten passt, findest du im folgenden Beitrag heraus.

Hansi-Bubis

Die kleinsten Vertreter der Wellensittiche sind die sogenannten Hansi-Bubis. Sie sind den wilden Wellensittichen am ähnlichsten, wobei diese sogar noch zierlicher sein können. Auch sind diese am meisten in Zoohandlungen und auch bei vielen Züchtern zu finden. Diese Form der Wellensittiche wird auch als die „aktivste Art“ der Wellensittiche bezeichnet. Solltest du also ein wenig Leben in deine Wohnung oder dein Haus bringen wollen, eignen sich diese kleinen Wellis am besten für dich.

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Foto: pixabay

Deutlich erkennbar sind sie daran, dass sie zierlich wirken, ihre Augen deutlich und rund erkennbar sind und eine eher kleine Stirnpartie haben. Auch die maximal sechs Kehltupfen, die sich gleichmäßig auf beiden Seiten verteilen, sind ein eindeutiges Merkmal der Hansi-Bubis. Diese können aber je nach Farbschlag auch fehlen. Außerdem sind sie besonders wendig und flugbegabt.

Größe: ca. 16 – 19 cm
Gewicht:  ca. 35 – 45 Gramm

Dies sind aber nur ungefähre Angaben. Schaue darauf, dass dein Wellensittich gesund aussieht – nicht zu dünn und nicht zu dick. Sollte das Brustbein deutlich hervorstechen, deutet dies meistens auf eine Unterernährung oder sogar eine Krankheit hin. Verlasse dich also nicht immer auf das Gewicht. Große Hansi-Bubis können daher auch mehr wiegen. Dies gilt für jede Art der Zuchtformen von Wellensittichen. Sollte dein Wellensittich zu dick sein, solltest du ihn auf „Diät“ setzen, denn gesundes und abwechslungsreiches Futter ist sehr wichtig.

Standard

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Foto: envato elements / Lifeonwhite

Der Standard ist sozusagen die größte Zuchtform der Wellensittiche. Im Gegensatz zu ihrem Namen sind Standard-Wellis jedoch nicht „normal“, sondern weichen eigentlich von der ursprünglichen, wilden Form der Wellensittiche deutlich ab. Im Gegensatz zu den anderen Zuchtformen wirken sie deutlich beleibter.

Auch sie haben deutliche Merkmale, die sie von den anderen Arten unterscheiden. Sie haben ein sehr dichtes Gefieder und eine sehr ausgeprägte und hohe Stirnpartie. Dadurch wirken ihre Augen klein und sind teilweise nur schwer zu erkennen. Ihre zahlreichen Kehltupfen wirken oft wie eine „Kette„, die sich um den Hals ansammelt. Durch ihre fülligere Form und Größe ist ihr Flugverhalten eher träge und nicht so ausdauernd wie das, das man beispielsweise von Hansi-Bubis kennt.  Auch allgemein sind Standard-Wellensittiche eher ruhiger und zurückhaltender.

Größe: bis zu 26 cm
Gewicht: ca. 50 – 70 Gramm

Unterform vom Standard: Schauwellensittich

Einige Standard-Wellensittiche, die besonders prachtvoll und groß sind, werden zu Schauzwecken als Schauwellensittiche genutzt. Diese Tiere werden von Züchtern speziell nur für diesen Zweck gezüchtet und aufgezogen.

Hinweis: Nicht jeder Standard-Wellensittich eignet sich auch als Schauwellensittich. Hier spielen viele Merkmale eine Rolle: Größe, Gewicht, Gefieder, Farbschlag, etc. - umso imposanter, desto besser.

Sie werden dann z.B. auf Vogelausstellungen – und schauen präsentiert und bewertet. Dies geschieht leider oft auf Kosten des Tierwohls. Nicht selten kommt es bei diesen Schauwellensittichen auch zu gesundheitlichen Problemen, da sie beispielsweise aufgrund des hohen Gewichts kaum noch fliegen können oder weil die zu sehr ausgeprägten Federn in der Stirngegend ihre Augen reizen und der Vogel im schlimmsten Fall erblinden und Infektionen bekommen kann, wenn dies nicht behandelt wird. Im englischsprachigen Raum wird diese Unterform des Standard-Wellensittichs auch oft als „englischer Wellensittich“ betitelt.

Halbstandard

Der Halbstandard ist eine Mischung aus Hansi-Bubi und Standard. Daher ist sein Auftreten und Aussehen auch nicht immer pauschal zu beschreiben. Dies hängt oft davon ab, welche der beiden Zuchtform stärker bei dem jeweiligen Vogel hervortritt. Dieser Begriff ist eher inoffiziell, um eine Trennung zu den anderen beiden Formen zu erhalten.

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Foto: pixabay

In der Regel sind sie etwas voluminöser und größer als Hansi-Bubis und haben eine etwas ausgeprägtere Stirnpartie. Auch die Anzahl der Kehltupfen überschreitet eine Anzahl von sechs oft. Sie wirken oft ausgeglichen und bilden daher auch vom Verhalten her eine Kombination aus Hansi-Bubi und Standard.

Größe: ca. 20 – 23 cm
Gewicht: ca. 45 – 60 Gramm

Welche dieser Arten passt am besten zu mir?

Wie bei allen Dingen ist es auch bei der Wahl der verschiedenen Zuchtformen deine persönliche Geschmackssache. Möchtest du eher einen ruhigen Zeitgenossen, solltest du dich vermutlich eher für einen Standard-Wellensittich entscheiden. Magst du neugierige und aufgewecktere Vögel, dann sind Hansi-Bubis für dich interessant. Eine Mischung aus beidem erhältst du in der Regel mit einem Halbstandard. Diese Verhaltensweisen kann und sollte man aber nicht pauschalisieren. Nicht selten kommt es vor, dass einige Standard-Wellensittiche aufgeweckter sind und der ein oder andere Hansi-Bubi eher faul ist. Wie auch bei uns Menschen hat jeder Vogel seine eigene Persönlichkeit. Oft spielt auch das Geschlecht des Wellis hier eine Rolle.

Solltest du dich nicht entscheiden können, ist dies auch kein Problem. Es ist im Regelfall unbedenklich, zwei unterschiedliche Zuchtformen zusammen zu halten. Den gefiederten Freunden ist es egal wie groß sein Partner ist oder wie voluminös dessen Stirnpartie ist. Sie sehen sich als ganz normale Artgenossen und gehen so auch miteinander um.
Solange sie friedlich miteinander umgehen und einen glücklichen Eindruck machen, besteht kein Grund zur Sorge. Die meisten Wellensittiche sind genügsame und schnell zufriedenstellende Tierchen.

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